Wie weit sich die Politiker vom Volk oder anders herum entfernt haben, deute ich aus folgender kleinen Episode am Rande eines Schülerzeitungsseminars. Schüler auf diesem Seminar machten den üblichen Verfassungsvergleich: 1848 und 1871. Auf einmal zog ein Schüler einen Kasten neben der Institutionen wie Bundestag/Reichstag auf und schrieb das Wort „Volksversammlung“ hinein.
Auf meine Intervention, das Volk sei doch bereits durch die Abgeordneten in der entsprechenden Kammer vertreten, kam nur als Antwort: „Das ist nicht das Volk, das sind nur Politiker und die sind doch wohl nicht das Volk!“ Für den Schüler war klar: Die Politiker vertreten das Volk nicht, sondern nur ihre Interessen. Soweit ist es schon gekommen.
Einer der ganz Großen in der VFX-Szene ist Ray Harryhausen. Er gilt als Großmeister der StopMotion-Technik. Hier werden Motive animiert, indem sie für jedes einzelne Bild des Filmes immer nur geringfügig verändert werden. So entsteht beim Abspielen der Eindruck von mehr oder weniger flüssigen Bewegungen. Harryhausen erhob diese Technik zur Perfektion. Größen wie Pixar verneigen sich noch heute vor Harryhausens Schaffen, wie wenn in beispielsweise in „Monster AG“ ins Cafe Harryhausen geladen wird.
Der letzte Film des Meisters war 1981 „Kampf der Titanen“. Er erzählt die Geschichte der griechischen Mythologie. Bei Kosten von 15 Mio. US-Dollar spielte der Film allein in den USA 41.092.328 US-Dollar wieder ein und belegte Platz 13 der US-Kinocharts 1981.
Derzeit wird „Kampf der Titanen“ neu verfilmt. Bei YouTube fand ich den neuen Trailer. Der Film soll 2010 in die Kinos kommen und kostet rund 70 Millionen US-Dollar. Die Bilder zeigen: StopMotion ist vobei, der Film ist CGI pur.
Obwohl eine klassische griechische Tragödie vorliegt, werden es die Drehbuchautoren wieder mal schaffen, eine Geschichte zu verhunzen. Davor hab ich echt Angst, das die Geschichte um Medusa, Perseus, Poseidon, Zeus und Athene den Bach runter geht. Hoffentlich sagt es einer demn Kollegen Lawrence Kasdan in Hollywood: Es geht nicht nur um fliegende Pferde, 2köpfige Hunde, und ein gigantisches Seeungeheuer und die eindrucksvolle Medusa.
Es ist zu hören, dass eine ähnliche Greenscreen-Technik wie bei „300″ verwendet werden soll, aber mehr Fotorealismus beinhaltet, so Regisseur Louis Teterrier. Was das genau bedeutet, werden wir sehen. Ich fand die Stimmung bei „300″ hervorragend, während ich die Bauten von „Troja“ oder „Alexander“ eher als moderne Variante des Sandalenfilms ansehe.
Das iPhone hat laut Gartner einen Marktanteil bei Smartphones von 17 Prozent (12,4 Prozent im Vorjahr). Damit ist klar, dass mobile Device von Apple ist ein Renner. Und obwohl das Telefon eigentlich intuitiv zu erlernen ist, braucht es für manche User Zusatzliteratur. Früher gab es bei der Volkshochschule Kurse à la: Wie bediene ich mein Handy? Heute gibt es ein interessantes Buch mehr.
Dieses Buch sticht aus der Masse der jüngst veröffentlichten iPhone-Bücher heraus: „Mein iPhone & ich“, geschrieben von meinen lieben Kollegen Michael Krimmer und Simone Ochsenkühn. Das Buch gibt einen Überblick über den praktischen Einsatz des iPhones. Es ist nicht für Hacker oder iApps-Entwickler, sondern für den klassischen User, der die Leistung seines Apple-Produkts voll ausreizen will. Im Technikteil flüssig geschrieben, mit vielen anschaulichen Screenshots finden sich allerhand Tipps und Tricks für Einsteiger, aber auch Profis. Ich bin selbst ein iPhone-Fan der ersten Stunde und auch ich als Power-User fand einige lohnenswerte Kniffe in diesem Buch. Gratulation.
Natürlich lässt sich trefflich darüber streiten, welche Apps aus dem Store denn wirklich lohnenswert sind. Jeder hat hier seine persönlichen Vorlieben. Hier bin ich mit den Autoren nicht immer der selben Meinung, aber für einen Überblick reicht es, um die Faszination iPhone zu erfassen.
Kritik gibt es aber auch: Das Buch dreht sich um das Kult-Telefon von Apple. Doch leider gehen die Autoren auf den Kult eben nicht ein. Es gibt nichts zu lesen über die Einführung des Telefons, die Kampagnen, das geniale Marketing, die Keynote von Apple-Guru Steve Jobs. Dies alles hätte in ein Buch um ein Kultobjekt gehört. So ist das Buch nur eine Bedienungsanleitung für ein Telefon. Eine gute zwar, aber eben nicht mehr.
Leider gibt es auch immer wieder Passagen im Buch, die sich um die menschliche Seite des iPhone-Users gemmühen. Diese fallen im Vergleich zum stringenten Technikteil des Buches ab. Hier wäre der Lektor gefragt, das Niveau anzugleichen.
Dennoch: Die 20 Euro sind für rund 460 gehaltvolle Seiten sinnvoll investiert. Wer mal etwas lesen möchte, dem empfehle ich diese Website.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich die Musikindustrie mit dem Weg ins digitale Zeitalter mehr als schwer tut. Es hat lange gedauert, bis sich die Konzerne an iTunes und Amazon gewohnt haben, die Konzerne hätten gerne eigene Vertriebsstrukturen. Aber: Der Vertrieb von CDs bringt die goldene Zeiten der Schallplattenindustrie mit ihren Superhits nicht mehr zurück.
Die Gaming-Industrie liegt dagegen mehr im Trend. Es werden in den USA mehr Spiele verkauft als Kinokarten. So ist es nur sinnvoll, Musik und Games miteinander zu verbinden. Die Guitar-Hero-, Sing-Star- und Rock-Band-Serien machen es vor, wie es geht, um digitale Dollars zu verdienen. Queen, Abba, Metallica – alles gute Produkte, die Spaß machen. Jüngstes Beispiel für mich persönlich seit September: Beatles Rock Band.
Die Pilzköpfe gehören zu den Kulturgütern der Popmusik und ich habe mich sehr gefreut, als Rock Band Beatles für die PS3 erschienen ist. Gleich gekauft und abends jammt die ganze Familie „Lucy in the sky with diamonds“. Das bringt Stimmung, das macht Spaß und die Musikindustrie darf vorerst weiterleben.
Heute gibt es was Neues für John, Paul, George und Ringo: „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ erscheint als zweites Trackpack für The Beatles Rock Band.
„Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ ist nach „Abbey Road“ das zweite für The Beatles Rock Band erhältliche Komplettalbum seit der Veröffentlichung des Spiels am 9. September 2009. Darüber hinaus ist „All You Need Is Love“ ebenfalls im The Beatle: Rock Band Music Store erhältlich und mit bisher mehr als 100.000 Downloads überaus erfolgreich. Mit den Erlösen aus der Rock Band-Franchise setzen Apple, MTV Games und Harmonix ihre Unterstützung der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ auch in Zukunft fort.
Die komplette Trackliste des Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band Trackpacks sieht wie folgt aus:
Keine Frage: Der Selbstmord des Nationaltorhüters Robert Enke ist tragisch. Depression ist eine Krankheit, die behandelt werden muss. Vielleicht ändert sich durch den Freitod des Fußballers der Umgang mit Krankheiten in unserer Gesellschaft. Viele Menschen verzweifeln aufgrund ihrer Depressionen oder stürzen ihre Familien ins Unglück. Wenn sich durch den Tod von Enke und die öffentliche Diskussion darüber darin etwas ändert, ist das gut.
Die Familie Enke hatte ihre Probleme und sie hat sie für sich behalten. Das war ihre Entscheidung und muss respektiert werden. Großen Respekt für Frau Enke, die das Klischee der doofen Spielerfrau grundlegend revidierte. Teresa Enke ist eine starke Ehefrau und Partnerin, chapeau.
Was auch klar wurde: Der Tod des Nationaltortüters ist Medienereignis erster Güte. Dennoch: Für mich haben die Medien die Verhältnismäßigkeit in ihrer Berichterstattung am Volkstrauertag verloren. Bei allem Respekt: Er war ein Torhüter, ein Sportler, sicherlich ein großartiger Mensch. Zwar waren die Kollegen anders als bei Michael Jackson zurückhaltender in ihrer Berichterstattung. Doch aus der Trauerfeier im Stadion von Hannover 96 ein mediales Massenereignis zu machen, halte ich falsch. Die Pressekonferenz und die Trauerfeier in der Marktkirche zu Hannover hätten gereicht.
Musste diese Trauerfeier aus dem Stadion wirklich sein?
Die ARD und ntv übertrugen die Trauerfeier live aus dem Stadion. 40.000 waren in Hannover dabei. Die Zeremonie war würdig, Reinhold Beckmann moderierte zurückhaltend. Bild.de ging einen Schritt weiter, nutze alle Möglichkeiten von Web 2.0: Es wurde die ganze Woche über den Tod von Enke berichtet. Am Sonntag kam dann ein Live-Stream aus Hannover auf die Website. Hinzu wurde „You´ll never walk alone“ als Audiofile eingespielt. Bei Facebook konnten die Fans bei Bild kondolieren, wobei einige Trottel wieder die Würde mit ihren Bemerkungen störten.
Der Tod als Medienereignis und alle machen mit, auch Volltrottel. Der FacebookFeed riss nicht ab. Viele Menschen wollten ihre Gefühle mitteilen. Und das Mitgefühl ist unglaublich. Es ist eine eindrucksvolle Anteilnahme.
Fest steht: Fußball ist nicht alles. Wir müssen unsere Wertvorstellung von Leistung und Erfolg ändern, dann gehen nicht so viele Menschen daran kaputt. Die Welt ist nicht im Lot. Erfolg ist nicht das Wichtigste im Leben. Wer schwach ist, muss Angst vor der Öffentlichkeit haben. Wer seine Angst zeigt, der ist nicht schwach: Der ist stark.
Durch Zufall bin ich auf eine für mich schöne Nachricht gestoßen: Emerson, Lake & Palmer sind wieder vereint. Damit ist eine Band meiner Jugend wieder live zu sehen und wenn sich die elenden Streithähne Keith Emerson, Greg Lake und Carl Palmer wieder vertragen, kommt sicherlich auch eine CD und DVD. Die Soloprojekte der Herren waren nicht so doll und so ist es nun an der Zeit mal wieder Geld zu verdienen. Es müssen Leute wie mich gemolken werden, die immer noch am Art-Rock-Tropf hängen.
Die alten Herren spielen am 25. Juli 2010 als Headliner des „High Voltage Festival“, eines neuen Klassikrock-Events in London. Die neue Website der Band sagt noch nichts aus. Auf der Website ist außer einem Nachruf auf den ersten Manager der Band Dee Anthony noch nichts zu finden. Anthony starb im Alter von 83. Jahren und verhalf vielen Musiker zum Durchbruch, darunter Joe Cocker, Jethro Tull oder Ten Years After und Traffic.
ELP waren mit ihrem Bombastrock für mich die Größten. Genesis waren wegweisend, Yes virtuos, doch ELP machten richtig den dicken Maxe. Nur noch King Crimson um Robert Fripp waren noch einen Tick besser und elitärer. Doch nach und nach lief der Rockdino sich tot. Der Punk versetzte der Band den Todesstoß. Dann begann die Leichenfledderei. So genannte offizielle Bootlegs wurden veröffentlicht, seltsame Live-Platten kamen in den Umlauf und wer hinhörte, musste (leider) feststellen: Goldkelchen Greg Lake hat Probleme mit der Stimme. Sei es drum. Ich bin gespannt, was ELP wieder bringen: 40 Jahre nach dem Kanonenknall des Isle of Wight-Festivals will es die Altmännerband noch mal wissen.
Endlich, nach fünf Jahren Ankündigungszeit liegt der Katalog von Kraftwerk vor. Und das Warten hat sich gelohnt. Das Kompendium enthält acht Kraftwerk-Alben im zeitgemäßen Sound. Die Musik wurde überarbeitet und remastered.Ich bin eigentlich jemand, der Probleme mit überarbeiteten Versionen hat und höre die Beatles auch lieber in Mono als in Stereo. Aber die Neuauflage von Kraftwerk ist ein Ohrenschmaus allererster Güte.
Über die musikalische Qualität brauchte ich nichts zu schreiben. Kaum eine Band, die ihrer Zeit soweit voraus war und den Weg für Elektropop und Techno ebnete. Die Liste der beeinflussten Musikanten ist enorm. Die Musik aus dem Düsseldorfer Kling-Klang-Studio hat Geschichte gemacht. Kritiker werden jetzt einwerfen: Schade, dass die ersten drei Kraftwerk-Platten nicht Teil des Katalogs sind. Vielleicht liegt es daran, dass sie noch mit analogen Equipement eingespielt wurden und die Zeit noch nicht reif war. Vielleicht will die Kapelle später noch ein paar Euro verdienen. Egal, es ist, wie es ist.
Die überarbeiteten Aufnahmen klingen frischer, klarer und geben den Songs mehr Tiefe. Überrascht bin ich bei einigen Titeln über den neuen Klang und entdecke neue Tiefen. Ich dachte, dass das Rauschen und Knacken wohl bei einigen Songs zum Sound gehörte. Aber es waren wohl einfach nur Aufnahmestörungen. Schon alleine dafür hat sich die Anschaffung des Katalogs gelohnt.
Die acht Alben sind: Autobahn, Radio-Aktivität, Die Mensch-Maschine, Trans Europa Express, Computerwelt, the Mix, Techno Pop, Tour de France.
Natürlich kann man jetzt meckern, denn fein wären noch Maxi-Versionen, Videos oder Demos. Aber was soll es? Ich schätze Kraftwerk, mag sie sehr gerne, aber jeden Piep muss ich auch nicht besitzen. Die Perlen der Musikgeschichte hab ich jetzt im neuen Sound und das ist gut so.
Zur Auswahl stehen die englische und die deutsche Version des Katalogs, wobei ich persönlich die deutsche bevorzuge. Hier gehört der Gesang einfach zum Programm.
Ein Lob auch an die Ausstattung des Katalogs. Dem Schuber liegen in LP-Größe die Booklets der damaligen Langspielplatten bei. Das macht Spaß beim Blättern und beim Erinnern. Schlicht die Verpackung der Box: Weiß, Band-Icon und innen die Abfolge, 1,2,3… Mastermind und Radfahrer Ralph Hütter gab den Kollegen vom Stern ein schönes Interview, um den Verkauf des Katalogs anzukurbeln. Schöner Ausspruch: „Statik passt einfach nicht zu unserer Musik.“ Zur Veröffentlichung sagte Hütter: „Das war einfach lange fällig. Die Qualität, die bisher auf dem Markt ist, stammt aus der Zeit der Vinylalben. Da mussten wir einfach mal in die KlingKlang-Archive und das alles aufarbeiten.“ Damit ist eigentlich alles gesagt.
Irgendwie stehe ich auf Ärzte-Serien. Ich schaute als Kind gerne die Schwarzwaldklinik und seitdem hat sich wohl bei mir ein Knacks gebildet. Wenn ich meine DVD-Serien so durchschaue, finde ich immer wieder Silberscheiben mit Ärzten als handelnden Personen.
Beginnen wir bei „Raumschiff Enterprise“, bei der Pille mein Held war. Wichtigster Satz von Pille: „Er ist tot Jim!“ Später wurde aus dem Hausarzt Pille die Psychotante Troi aus „Star Trek Next Generation“. Auch da wieder ein Doktor.
Meine Faszination für Serien ging weiter. Ich habe die Akte X Folgen regelrecht verschlungen und wie der Zufall so will, war FBI-Agent Dana Katherine Scully eine Ärztin. Sie führte Mulder wieder auf den wissenschaftlichen Pfad, zumindest manchmal. Nach „Akte X“ kam die erfolgreichste TV-Serie überhaupt: „MASH“. Sie drehte sich um ein Ärzte-Team, das im Korea-Krieg hinter der Front operierte. Mash bedeutet Mobile Army Surgical Hospital und solche Einheiten gibt es wirklich. Die Serie wurde von der CBS in Erstausstrahlung vom 17. September 1972 bis zum 28. Februar 1983 gesendet. Damit dauerte die Serie mit ihren 251 Folgen länger als der Krieg, in dem sie spielte. Und ich hab sie geliebt: Hawkeye, Trapper, sehr gerne Henry Braymore Blake, Frank D. Marion Burns, Walter Eugene Radar O’Reilly oder Father John Francis Patrick Mulcahy. Übrigens: Blake war der erste Hauptdarsteller, der jemals in einer US-Fernsehserie gestorben ist.
Anschließend war irgendwie Pause bei uns, bis ich mich den Autoren Michael Crichton erinnerte, der ein Buch mit Titel „Fünf Patienten“ geschrieben hatte. Das war Grundplot zu „Emergency Room – Die Notaufnahme“, kurz ER. Die Serie ging von 1994 bis 2009 und spielte in Chicago. Eine Bekannte von mir, selbst Ärztin, bescheinigte mir, dass es ähnlich hektisch in einer Notaufnahme zuging. Mir haben die Abendteuer von Peter Benton, John Carter, Weaver, Green geliebt. Mir fehlt noch die Staffel 15 auf Deutsch, also nicht verraten, wie es ausgeht. Neben den kleinen und großen Problemen der Ärzten finde ich es erstaunlich, wie sehr die Realität in dieser Serie Einzug hält: Sterbehilfe, AIDS, Irak-Krieg, Folter, Abtreibung, Sorgerecht und Patientenverfügung.
Jetzt gerade will ich es weniger hektisch: Wir schauen gerade die alte BBC-Serie „Der Doktor und das liebe Vieh“. Ich hab sie schon früher als Kind in den siebziger und achtziger Jahren in der ARD gesehen. Schöne kleine Welt. James Herriot ist cool, aber noch besser sind Siegfried Farnon und sein Bruder Tristan. Die Gegend der nordenglischen Grafschaft North Yorkshire prägten meine Vorstellungen von England.
Wenn alle sieben Staffeln von „All Creatures Great and Small“ angeschaut sind, steh ich ein bisschen auf dem Trockenen. Mir geht der Nachschub aus. Ein Kollege von mir meinte, „Dr. House“ sei okay. Die Serie läuft seit 2004 und hat ein paar Preise bekommen. Ich bitte um Meinung. Ich weiß aber, die CSI-Serien mag ich nicht und langweiligen mich. Das Muster ist öde und Trash.
Christkind aufgepasst: Am 7. und 8. Dezember 2009 veröffentlicht EMI einen USB-Apfel mit den kompletten remasterten Beatles-Alben als FLAC 44.1 Khz 24 bit und MP3 320 Kbps. Der Apfel hat einen USB-Anschluss und ist bereit für PC und Mac.Und: Der Sammler muss ihn haben, damit er noch morgen kraftvoll zubeißen kann. Einziger Nachteil: Das gute Teil ist auf 30.000 Exemplare limitiert und die gehen weg wie warme Semmeln. Der US-Store von EMI meldet schon jetzt: AUSVERKAUFT!
Der Apfel enthält folgende Alben mit einer Größe von 16 GByte: Please Please Me, With The Beatles, A Hard Day’s Night, Beatles For Sale, Help!, Rubber Soul, Revolver, Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band, Magical Mystery Tour, Yellow Submarine, The White Album, Abbey Road, Let It Be und Past Masters. Dazu gibt es noch eine Mini-Dokumentation, die nicht der Rede Wert ist.
Bisher gibt es die Beatles-Alben offiziell nicht zum Download in iTunes und Co. Immer wieder heißt es, dass die Beatles dort veröffentlicht werden sollen. Neulich hat Paul gesagt, er wäre ja bereit dazu, doch EMI noch nicht. Und dies wird wohl auch der Grund sein: EMI und Apple Corp. will nochmal Geld machen. Der USB-Apfel ist ein Beispiel dafür.
Die Generation meiner Eltern wusste auf die Frage: „Was hat du gemacht, als Kennedy erschossen wurde?“ immer eine Antwort. Meine Generation kann auf zwei Fragen antworten: „Was hast du am 11. September gemacht?“ und „Wie hast du vom Fall der Mauer erfahren?“
Nun, es ist am 9. November 20 Jahre her. Meine Familie hat seit den siebziger Jahren immer die Familie im Osten, in der Ostzone oder „DDR“ (in Anführungszeichen) besucht. Das Lied „Einigkeit in Recht und Freiheit“ hatte für uns eine Bedeutung, natürlich mehr für die Generation meiner Eltern als für mich. Dennoch war die Zweiteilung Deutschlands immer Gesprächsthema am Abendessenstisch. Nach meinen Abi war ich mit meinen Kumpels in Ungarn und erlebte die Flucht der Deutschen über Ungarn mit. Am Nebenhaus am Plattensee longierte ein DDR-Funktionär, der sich aufregte, dass wir junge Menschen uns solche Autos und Bikes leisten konnten. Später verfolgten wir die Ereignisse in der Prager Botschaft. Bei dem entscheidenden Satz von Genscher läuft es mir heute noch kalt über den Rücken. Da bin ich nicht allein. Einer Kollegin aus Leipzig, die heute in Nürnberg bei einer Zeitung arbeit, ging es nach eigenen Aussagen ebenso.
Am 9. November 1989 hatte ich keine Politik im Kopf. Ich hatte Karten für ein Konzert von Albie Donnelly‘s „Supercharge“. Die Bläserband gastierte in der TU Mensa München. Soulpower und Rhythm & Blues waren an diesem Abend aber nicht mein Ding und ich verließ das Konzert noch bei den Zugaben. Zu Hause schaltete ich zum Runterkommen die Glotze an und fiel fast vom Stuhl. Die Mauer ist offen. Ostberliner strömten nach Westen. Live wurde im Fernsehen von der Maueröffnung berichtet. Plastikbomber, wie die Trabbis bei uns in der Familie hießen, knatterten durch Westberlin. WOW. Ich war sprachlos. Sofort weckte ich meine Eltern und die Familie versammelte sich vor dem Fernseher. Außerdem versuchte mein Vater bei den Verwandten in der DDR (ohne Anführungszeichen) telefonisch durchzukommen.
Meine persönliche deutsch-deutsche Begegnung hatte ich ein paar Tage später. Ich fuhr mit dem Auto durch meine Heimatstadt und mir kam ein Trabbi entgegen. Ich blendete auf, der Fahrer betätigte die Lichthupe – wir verstehen uns. Die deutsche Einheit konnte kommen.