Was hast du gemacht, als die Mauer fiel?

9. November 2009 von redaktion42

Die Generation meiner Eltern wusste auf die Frage: „Was hat du gemacht, als Kennedy erschossen wurde?“ immer eine Antwort. Meine Generation kann auf zwei Fragen antworten: „Was hast du am 11. September gemacht?“ und „Wie hast du vom Fall der Mauer erfahren?“

Nun, es ist am 9. November 20 Jahre her. Meine Familie hat seit den siebziger Jahren immer die Familie im Osten, in der Ostzone oder „DDR“ (in Anführungszeichen) besucht. Das Lied „Einigkeit in Recht und Freiheit“ hatte für uns eine Bedeutung, natürlich mehr für die Generation meiner Eltern als für mich. Dennoch war die Zweiteilung Deutschlands immer Gesprächsthema am Abendessenstisch. Nach meinen Abi war ich mit meinen Kumpels in Ungarn und erlebte die Flucht der Deutschen über Ungarn mit. Am Nebenhaus am Plattensee longierte ein DDR-Funktionär, der sich aufregte, dass wir junge Menschen uns solche Autos und Bikes leisten konnten. Später verfolgten wir die Ereignisse in der Prager Botschaft. Bei dem entscheidenden Satz von Genscher läuft es mir heute noch kalt über den Rücken. Da bin ich nicht allein. Einer Kollegin aus Leipzig, die heute in Nürnberg bei einer Zeitung arbeit, ging es nach eigenen Aussagen ebenso.

Am 9. November 1989 hatte ich keine Politik im Kopf. Ich hatte Karten für ein Konzert von Albie Donnelly‘s „Supercharge“. Die Bläserband gastierte in der TU Mensa München. Soulpower und Rhythm & Blues waren an diesem Abend aber nicht mein Ding und ich verließ das Konzert noch bei den Zugaben. Zu Hause schaltete ich zum Runterkommen die Glotze an und fiel fast vom Stuhl. Die Mauer ist offen. Ostberliner strömten nach Westen. Live wurde im Fernsehen von der Maueröffnung berichtet. Plastikbomber, wie die Trabbis bei uns in der Familie hießen, knatterten durch Westberlin. WOW. Ich war sprachlos. Sofort weckte ich meine Eltern und die Familie versammelte sich vor dem Fernseher. Außerdem versuchte mein Vater bei den Verwandten in der DDR (ohne Anführungszeichen) telefonisch durchzukommen.

Meine persönliche deutsch-deutsche Begegnung hatte ich ein paar Tage später. Ich fuhr mit dem Auto durch meine Heimatstadt und mir kam ein Trabbi entgegen. Ich blendete auf, der Fahrer betätigte die Lichthupe – wir verstehen uns. Die deutsche Einheit konnte kommen.

Hakenkreuz und Hitler im AppStore von Apple

7. November 2009 von redaktion42
Verbreitet der AppStore von Apple jetzt  Nazi-Propaganda? Mit diesem Vorwurf muss sich Apple derzeit beschäftigen. Nachdem Cupertino gemeldet hat, dass jetzt über 100.000 Apps im Store zum Laden sind, tauchte auch eine spanische Übersetzung von Mein Kampf vom Deppen Adolf Hitler auf. Preis 1,59 Euro.
Noch dazu ziert das Icon das Hakenkreuz, ein Symbol, das in Deutschland verboten ist. Ich habe es deshalb in meinem Screenshot unkenntlich gemacht, damit ich mich nicht der Verbreitung von verbotenen Symbolen strafbar mache.
Apple hat in der Vergangenheit nicht damit geglänzt, dass die Kriterien für den AppStore nachvollziehbar sind. Aber das geht eindeutig zu weit: Apple darf in Deutschland nicht Nazi-Literatur verbreiten, zumal die Rechte beim Freistaat Bayern bis 2015 liegen. Von der Geschmacklosigkeit möchte ich nicht reden. Apple bleib sauber und nimm dieses App aus dem Store.
Mein Kampf im AppStore
Update: 8. November 2009: Nach massiven Protesten hat Apple die App aus dem App Store entfernt.

Apple Magic Mouse: Hier kommt die Maus

6. November 2009 von redaktion42

Magic Mouse von Apple

Wie in einem Schneewittchensarg kommt die neue Apple Magic Mouse daher. Keine große Umverpackung wie früher, sondern in einer schlichten durchsichtigen Plastikverpackung ist die Maus aufgebahrt. Hier wird das Auspacken eines Produkts wie bei Apple immer zur Zeremonie erhoben. Und: Apple macht auf grün.

Formschön und ergonomisch kommt das Bluetooth-Device daher. Sie ist deutlich flacher als ihre Vorgängerin Mighty Mouse mit dem schicken Nippel. Die neue Maus ist deutlich eleganter und basiert auf der Multi-Touch-Technologie. Das Umgewöhnen dauert. Die Navigation findet jetzt ausschließlich mit den Fingern statt. Anstelle mechanischer Tasten, Scrollräder oder Scrollbälle besteht die gesamte Oberseite der rund 70 Euro teuren Magic Mouse aus einer Multi-Touch Oberfläche. Und die Arbeit damit ist cool, sehr cool sogar.

Die Installation ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Zunächst konfiguriert man die Maus als klassisches Blauzahn-Gerät. Ist dies geschehen, bitte unbedingt die Softwareaktualisierung starten. Und siehe da: Es findet sich ein 67 MByte (!) großer Maustreiber in the Cloud zum Laden. Nach einem Neustart (bin ich jetzt bei Windows?) lässt sich die Magic Maus in der Systemsteuerung Maus konfigurieren.

Die Arbeit kann beginnen: Die Magic Mouse besitzt ein nahtloses, berührungsempfindliches Gehäuse, das sie zu einer Einzel- oder Mehrtasten-Maus mit hochentwickelter Unterstützung von Gesten macht. Durch intuitive Fingerbewegungen können die Nutzer sehr einfach durch lange Dokumente scrollen, über große Bilder schwenken oder sich rückwärts und vorwärts durch eine Sammlung von Fotos oder Webseiten bewegen. Gerade das Wischen ist anfangs gewöhnungsbedürftig. Hier braucht man als User ein wenig mehr Einarbeitungszeit.

Wer zwei Finger auf der Multitouch-Oberfläche zugleich nutzt, können Sie etwa zwischen Bildern wechseln, die Größe verändern. Spitze für mich: Es lässt sich in der Videobearbeitung der Clip ein Stück vorspulen. Bewege ich die Fingerchen schnelle, wird auch der Clip schneller. Damit werde ich mein Contour Shuttle langsam in Rente schicken.

Die Magic Mouse ist gleichermaßen für Links- und Rechtshänder geeignet und die Befehle zur Mehrtasten- und Fingerbewegungs-Steuerung können sehr einfach in den Systemeinstellungen konfiguriert werden. Das Abtasten der Oberfläche durch den Lasersensor der Magic Mouse bietet, im Vergleich zu herkömmlichen optischen Sensoren, ein deutlich geschmeidigeres und gleichmäßiges Arbeiten auf mehr Oberflächen. Wer große Hände hat, der wird mit der Magic Maus ein Problem bekommen. Das zierliche Device wird schwer zu bedienen. Während die Mighty Maus vier belegbare Funktionstaste hatte, sind bei der Magic Maus nur noch zwei übrig geblieben. Mir persönlich reicht das, weil ich die vier Tasten nie belegt hatte.

Wer mit Windows arbeitet, hat zunächst Probleme: Ebenfalls interessant: Laut Apple Knowledge Base sagt die Apfelfirma, dass die Maus unter Windows entzaubert wird, Unter Windows mit Boot Camp geht das Ding nur als 1-Tasten-Maus. Herunterscrollen und das Tippen mit zwei Fingern geht nicht. Aber wer braucht schon Windows?

Wir sind Social Media-Schlusslicht, schade!

5. November 2009 von redaktion42

Ich bin ein wenig entsetzt über den Mediennachwuchs. Vor kurzem war ich als Diskussionsteilnehmer bei einer Runde der SAE Alumni Conference in Berlin eingeladen. Starke Veranstaltung, deren Besuch sich lohnt. Mit auf dem Podium unter anderem die werten Kollegen Klaus Eck und Carlo Blatz.

Wir priesen die Möglichkeiten des Webs und von Social Media. Der Saal war mit rund 50 jungen Leuten, zumeist Medienstudenten der SAE von verschiedenen Schulen besetzt. Vernetzung wird bei der SAE groß geschrieben. Gegen Ende der Diskussion stellte ich zwei entscheidende Fragen an das Publikum: „Wer von euch bloggt?“ und „Wer von euch twittert?“ Und: Nur zwei von 50 Zuhörern meldeten sich. Sagt mal Freunde, auf was wartet ihr denn eigentlich?

Nur Studieren alleine reicht wohl nicht, um in den Medien unterzukommen. Als Medienschaffende habt ihr heute alle Chancen der Welt, weil die Produktionsmittel quasi umsonst sind. Doch die Damen und Herren im Publikum warten wohl noch darauf, dass ein Verlag, Sender oder Anstalt bei ihnen anklopft und sagt: „Bitte, bitte komm zu uns.“ Träumt einfach weiter, so ist mein Job nicht in Gefahr.

Aber das mangelnde Engagement bestätigt eine neue Studie von Lightspeed-Research. Diese zeigt: Im Vergleich zu den europäischen Nachbarn sind wir Deutschen die größten Social Network-Muffel. Laut Lightspeed-Research haben nur ein Drittel aller deutschen Nutzer in den vergangenen Monaten ein Profil in einem Social Network eingestellt.

Am aktivsten bei Xing, LinkedIn, Facebook und Co. waren die russischen Nachbarn mit 48 Prozent, gefolgt von den Briten von der Insel mit 47 Prozent. Am Ende der Reihe ist Frankreich mit 29 Prozent. Wir sind vorletzter.

Bei Video zeigt sich ein ähnlich trauriges Bild. Die Russen sind auf Nummer ein, wir Deutschen sind ganz hinten. Nur die Freunde aus Holland sind noch Videofauler und sahen in jüngster Zeit mindestens einen Clip im Web. Hier gibt es Nachholbedarf. In meinen Seminaren predige ich mobiles Video und Journalismus und ich hab es noch nicht aufgegeben.

Nokia stellt N-Gage ein

4. November 2009 von redaktion42

N-Gage ein Flop von Nokia

Jetzt wurde bekannt, dass Nokia seinen N-Gage-Dienst einstellt. Voraussichtliches Ende ist September 2010. Die Spieleplattform war ihrer Zeit voraus. Sonst ist es eigentlich immer Apple, das der Zeit voraus ist und an seiner Vision scheitert. Der Newton ist das beste Beispiel. Dieses Mal hat es Nokia erwischt und Apple zieht mit der Spieleplattform iPhone und iPod touch als Sieger vom Platz.

Ich weiß noch, als ich auf einer Games Convention in Leipzig das N-Gage als Gerät näher anschaute. Es war die Entwicklerkonferenz und die Idee überzeugte mich. Mobile Spiele – genial. Wir hatten uns damals an den GameBoy und das Atari Lynx für unterwegs gewöhnt, aber mit dem N-Gage konnte man sogar noch telefonieren. Wir überlegen uns damals im Verlag, ob mobile Gaming nicht ein Marktzweig für Zeitschriften werden wird. Wir haben es dann doch nicht gemacht, obwohl ich extra nach Marseille gereist bin und Jury-Mitglied eines Handywettbewerbs von Autodesk war, der sich vor allem um N-Gage drehte. Nun, Marseille war schön.

Als eigenständiges Gaming-Mobilgerät war das N-Gage ein kompletter Flop. Als Rettungsanker wagten die Finnen einen neuen Versuch im April 2009: N-Gage war als Download-Spieleservice für gängige Nokia-Smartphones verfügbar. Und Nokia-Handys gibt es ja viele. Doch damit ist nun auch Schluss. Nokia ist gescheitert auf der ganzen Linie. An die Stelle von N-Gage tritt der Ovi Store. Da gibt es heute schon rund 100 Spiele und es sollen die N-Gage-Spiele hinzu kommen.

Als mobile Spielekonsole mit Telefon hat sich bei mir das iPhone durchgesetzt. Hier sind innovative Games zu finden. Schade Nokia.

Medientage München: Neues Denken für Printverlage

3. November 2009 von redaktion42

Jeff Jarvis bei seiner Keynote auf den Münchner Medientagen

Die Münchner Medientage sind vergangene Woche zu Ende gegangen. Leider konnte ich dieses Mal nicht dabei sein, denn ich hatte mit der animago AWARD & CONFERENCE eine eigene Veranstaltung zur gleichen Zeit in Babelsberg. Ich wäre gerne mit von der Partie gewesen, als Jeff Jarvis seine Keynote gehalten hat und den anwesenden Printvertretern den verbalen Stinkefinger gezeigt hat. Jarvis ist Medienberater, Blogger und Autor des Buches „Was würde Google tun?“ In seiner Rede ging er auf die Auswirkungen von Google und Co auf die Medienbranche ein und sagte den Verlegern und Journalisten voraus, dass sich ihr Denken ändern müsse.

Blogger Daniel Fienes hat die Rede von Jeff Jarvis mitgefilmt und auf seinen Blog gestellt. Dafür herzlichen Dank. Wenn man sich die 24 Minuten angeschaut und das mp3 angehört hat, stellt man fest: Print hat in dieser Form keine Zukunft. Alte Männer bewahren ein altes Medium und wollen sich nicht auf Neues einlassen. Ich glaube nicht, dass Paid Content, die alte und neue Wunderwaffe der Printverlage, funktionieren wird. Print und seine Vertreter sind noch in alten Denkstrukturen verhaftet. Ich weiß nicht, ob sie sich ändern können. Die Zeit wird über sie hinweg gehen.

Mein Kollege Thomas Gerlach erzählt immer eine schöne Geschichte: Alle alte Eislieferanten bekämpften das Aufkommen der Kühlschränke. Keine dieser Eislieferanten konnte sich auf die neue Zeit einstellen und selbst moderne Kühlschränke produzieren. Sie waren in ihrem Denken verhaftet. Alle dieser alten Eislieferanten sind vom Markt verschwunden. Irgendwie muss ich immer wieder daran denken, wenn ich auf den Medientage Vertreter der Zukunft begegne – und ich bin ja schließlich auch einer von ihnen. Auch ich muss mich ändern.

Journalist bringt Merkel in Bedrängnis

2. November 2009 von redaktion42

Einen Grundlagenkurs in Kommunikation müssen unsere Bundeskanzlerin und einen Benimmkurs die Herren Seehofer und Westerwelle belegen. Das ist das Resultat, wenn man sich einen Ausschnitt aus der Bundespressekonferenz auf YouTube ansieht. Dort fragt der holländische Journalist Rob Savelberg die Kanzlerin, ob denn der neue Finanzminister Wolfgang Schäuble überhaupt geeignet sei. Schließlich habe Schäuble in der CDU-Spendenaffäre „vergessen, dass 100.000 Mark in seiner Schublade liegen.“ Angela Merkel antwortet: Schäuble habe ihr Vertrauen. Die Herren Seehofer und Westerwelle grinsen über die Frage und sind wohl glücklich, dass sie nicht gefragt wurden. Im Saal ist deutlich Gelächter zu vernehmen.

Auf diese Frage muss die Regierung vorbereitet sein und zeigt, wie schlecht es um Kommunikation in diesem Lande bestellt. Chapeau vor „De Telegraaf“-Mann Rob Savelberg, der die Frage stellte. Seine deutschen Kollegen hatten scheinbar die Spendenaffäre nicht mehr auf dem Schirm oder trauten sich nicht zu fragen. Auch das ist eine Krise des deutschen Journalismus. Mund aufmachen und nachfragen, so wie ihr es in euren Volo-Kursen gelernt habt. Schließlich geht es um das Geld von 82 Millionen Bundesbürgern.

Das Ganze wäre wohl nicht weiter bekannt geworden, wenn der mitgeschnittene Phoenix-Clip nicht auf YouTube aufgetaucht wäre. Innerhalb von ein paar Tagen hatte Minutenausschnitt über 800.000 Klicks. Die virale Kampagne war gestartet. Verantwortliche unterschätzen die digitalen Möglichkeiten. Neue Kommunikation ist gefragt. Schon mal etwas von Krisen-PR gehört. Gerne mache ich da ein Angebot.

Quelle – nix geht mehr

1. November 2009 von redaktion42

Der Server von Quelle.de ist komplett überlastet. Seit 1. November beginnt die Leichenfledderei und User besuchen, sich von den Quelle-Schnäppchen etwas zu sichern. Aber keine Chance. Seit 6 Uhr war die Seite komplett überlastet. Für einige ist es eine Genugtuung Quelle beim Sterben zu zusehen. Nachdem die Versandhändler den Einzelhandel platt gemacht haben, ist eben jetzt Quelle an der Reihe. Nix geht mehr.

Quelle Server down

Die Sieger des 13. animago AWARD stehen fest

30. Oktober 2009 von redaktion42

Am Donnerstag, dem 29.10.2009, wurden auf der animago CONFERENCE die Gewinner des wichtigsten Wettbewerbs für Digital Content Creation (DCC) mit dem animago AWARD ausgezeichnet.

Der animago AWARD wurde in diesem Jahr zum 13. Mal vom Fachmagazin DIGITAL PRODUCTION – mit freundlicher Unterstützung des Medienboards Berlin Brandenburg und den Sponsoren AVID, Chaos Group, eyeon, Maxon, Mackevision, PNY, 3Dconnexion – veranstaltet. Unter den Einsendungen für den animago AWARD 2009 befanden sich sowohl nationale als auch internationale Beiträge. Insgesamt sind über 1000 Beiträge aus mehr als Ländern eingegangen. Aus allen Beiträgen wurden von einer Jury aus Spezialisten der DCC-Branche die Gewinnerbeiträge ausgewählt. Zudem wurde der Leserpreis der DIGITAL PRODUCTION an die beste internationale Kinoproduktion, den Pixar-Film „Oben“, vergeben.

Die diesjährige Preisverleihung fand im Rahmen der animago AWARD & CONFERENCE statt. Die animago CONFERENCE wurde in Zusammenarbeit mit Lichtblick 4D ausgerichtet. Die Neukonzeption des animago AWARD hat voll überzeugt. Die Veranstaltung hat gezeigt, welchen Stellenwert die 3D-Branche in der Gesellschaft hat. Alles ist digital. Die Artists der animago-Beiträge sind Kreative auf höchstem technischen und künstlerischem Niveau, die eine Anerkennung verdienen.

Die Preisträger sind:

animago AWARD – Beste Film- und TV-Produktion

Produktion „Die Chroniken von Narnia, Prinz Kaspian“ (Wassereffekte)

Artists: Scanline

Primäre 3D-Software: 3ds Max, solidThinking

Ein komplett aus Wasser bestehender „Rivergod“ erhebt sich aus einem Fluss und zerstört eine Holzbrücke, die gerade von einer Armee überquert wird. Der Rivergod sowie die Wassersimulation des Flusses wurden mit dem Scanline-eigenen Fluidsystem „Flowline“ realisiert. CG-Comparsen auf der Brücke incl. Reiter, die Brücke nebst Distruction-Set wurden mit 3ds Max und VRay sowie diversen externen und hauseigenen Rigid Body Simulationssystemen realisiert.

animago AWARD – Bester Kurzfilm

Produktion „The Kinematographer“

Artist: Tomek Baginski, Platige Image

Primäre 3D-Software: 3ds Max, VIZ, Lightwave, Maya, solidThinking

Inhalt: Der Kurzfilm spielt in einem kleinen englischen Dorf in der viktorianischen Zeit. Erfinder Francis bastelt erfolglos an seinem Kinematographen herum. Sein großes Ziel ist es dabei, die Welt durch die Erfindung des Films zu reformieren. Unglücklicherweise fokussiert er sich viel zu sehr auf sein Projekt, dass er darüber sein ganzes Umfeld, vor allem seine Beziehung, vergisst. Als schließlich sein Kinematograph tadellos funktioniert, verstirbt seine geliebte Ehefrau an Tuberkulose. Gebrochen erstarrt Francis in Trauer und veröffentlicht seine Erfindung nicht – bis die Bruder Lumiere im Jahr 1895 ihm zuvorkommen.

 

animago AWARD – Bestes Game-Design

Produktion „ Mirror’s Edge“

Artist: Electronic Arts GmbH, Dice

Inhalt: In einer Stadt, in der sämtliche Kommunikation strengstens überwacht wird, transportieren flinke Kuriere, die „Runner“, sensible Daten an neugierigen Blicken vorbei. In diesem scheinbar utopischen Paradies wurde ein Verbrechen begangen, deine Schwester wurde hintergangen und jetzt wirst du gejagt. Du bist die Runnerin Faith und dieses innovative Action-Adventure in der Ego-Perspektive erzählt deine Geschichte. In Mirror’s Edge schlüpfst du in die Haut dieser einzigartigen Heldin, während sie die Stadt in schwindelerregenden Höhen durchquert, atemberaubende Kämpfe führt und sich rasante Verfolgungsjagden mit ihren Gegnern liefert. Durch das unvergleichliche Bewegungsgefühl und die einzigartig intensive Perspektive wirst du mitten in Faiths Welt hineingezogen – eine Welt, die intuitiv, unmittelbar und extrem gefährlich ist.

 

animago AWARD – Beste Werbeproduktion

Produktion: AUDI TDI „Filter“

Artist: Henrik von Müller, INFECTED Postproduction GmbH

Primäre 3D-Software: Softimage

Inhalt: Mit dem „TDI Clean Diesel-System“ hat Audi den saubersten Dieselmotor der Welt entwickelt. Die Aufgabe bestand darin, diesen technisch komplizierten Prozess im Katalysator einfach und dramatisch zu erzählen und dafür eine völlig neue visuelle Sprache zu finden. Die Grundidee für den Spot war einfach: Aus einem Alphabet werden 97 % aller Buchstaben gefiltert, 3 % kommen am Ende durch und zwar T, D und I. Wichtig war es den Filter an sich – nicht als ein technisch, abstraktes Gerät darzustellen, sondern viel mehr seine Funktion mit Hilfe einer außergewöhnlich Bildsprache sichtbar zu machen.

 

animago AWARD – Beste Mobil-Produktion

Produktion „iKitty“

Artist: Thorsten Rauser, the binary family

Inhalt: Sie schnurrt, sie faucht, sie frisst – iKitty erinnert ein wenig an Garfield, der vierpfotige Schnurrbartträger lebt aber auf dem iPhone. Der virtuelle Katzenhalter hat verschiedene Möglichkeiten, das Kätzchen bei Laune zu halten. Tut man das nicht und setzt iKitty zum Beispiel einem Schleudertrauma aus, beendet das derart malträtierte Kätzchen einfach das Programm – eine halbe Stunde muss man warten, bis sich iKitty wieder streicheln und füttern lässt.

 

animago AWARD – Beste Nachwuchsproduktion

Produktion „Trickster“

Artists: Alexander Pohl

Primäre 3D-Software: VIZ, Maya

Der Zirkusclown, als digitaler Charakter zu einer Kunstfigur stilisiert, die bereits Fellini in seinem Film „The Clowns“ begraben hat, ist Ausgangspunkt dieses Animationsfilmes. Das Duo Dummer August und Weißer Clown tritt getrennt auf, repräsentativ für eine zunehmend polarisierte Welt, die durchsetzt ist von Normen und Regeln. Als unfreiwilliger Clown auf die Leinwand eines Kinos projiziert und von einem ahnungslosen Publikum auf voyeuristische Art und Weise beobachtet und gedemütigt, findet er schließlich zu sich selbst und seinem Archetyp, dem sogenannten Trickster.

 

animago AWARD – Beste Interaktive Produktion

Produktion: MINI Cabrio: Weltpremiere in Ihren Händen!

Artists: BUZZIN MONKEY: Stefan Becker

die agentour GmbH: Peter Linke

AR-Umsetzung: metaio GmbH

Primäre 3D-Software: metaio Unifeye Viewer

Inhalt: Noch weit vor offiziellem Handelsstart des neuen MINI Cabrio, zum offiziellen Kommunikationsstart, feiert das Fahrzeug seine Weltpremiere – dieses Mal an einem ganz besonderen Ort: Direkt in den Händen der Menschen! Mithilfe der Technik Augmented Reality wurde die Verbindung zwischen Print und 3D-Content geschaffen. Als Träger diente eine spezielle Anzeige. Hält der User diese Anzeige unter mini.de/webcam in die Webcam, erscheint das MINI Cabrio als virtuelles Modell. Der Clou: Die 3D-Daten sind mit dem Live-Bild verknüpft. Der User kann das Fahrzeug also selbst drehen, Details ansehen, wie er es möchte. Live und in Echtzeit!

 

animago AWARD – Beste Postproduktion

Produktion „ Assassin’s Creed 2 Game Cinematic“

Artists: Digic Pictures

Primäre 3D-Software: VIZ, Maya

Assassin’s Creed II ist der Nachfolger des Titels, der als schnellst verkaufte neue Marke in die Videospiel-Geschichte einging. Der mit Spannung erwartete Nachfolger präsentiert einen neuen Helden namens Ezio Auditore da Firenze, einen jungen italienischen Adligen, und eine neue Ära – die italienische Renaissance, mit all ihren kulturellen Errungenschaften und dunklen Seiten. Assassin’s Creed II erzählt eine epische Geschichte über Familie, Rache und Verschwörung. Schauplatz ist das Italien der Renaissance, eine Epoche, die Meilensteine der Kunst hervorbrachte, aber auch Schattenseiten voller Korruption und Habgier beinhaltete. Ezio freundet sich mit Leonardo da Vinci an, bekommt es mit den mächtigsten Familien in Florenz zu tun und wandelt durch die Kanäle Venedigs, wo er alles lernt, um ein Meister-Assassine zu werden.

 

animago AWARD – Beste Visualisierung

Produktion „Porsche Museum »Porsche 917«“

Artists: Ingo Zirngibl, Jörg Stierle, Marcos Zervallos, Olivier Passemard, jangled nerves gmbh

Primäre 3D-Software: Maya, solidThinking

Der Höhepunkt in der Porsche Rennsportgeschichte stellt die 917-Ära dar. Innerhalb eines kurzen Zeitraums Anfang der siebziger Jahre wurde unter höchster Geheimhaltung eine Rennsportlegende kreiert, die die Marke binnen kurzer Zeit vom David zum unbesiegbaren Goliath der 24-Stunden-Rennen von Le Mans wie auch der amerikanischen Canam-Rennserie machte.

 

animago AWARD – Sonderpreis der Jury

Produktion „Engel zu Fuß“

Artists: Jakob Schuh, Saschka Unseld, Studio Soi GmbH & Co.KG

Primäre 3D-Software: Maya

„Engel zu Fuß“ beschreibt die Geschichte des Engels Waltraud, der vom Himmel gefallen ist, weil ihre Flügel zu klein geraten sind.

 

animago AWARD – Bestes virtuelles Foto/Still

Produktion: Hausnummer 42

Artist: Verdi Voß

Primäre 3D-Software: Cinema 4D

Inhalt: „42“ ist laut Autor Douglas Adams die Antwort auf die Frage nach dem Universum, dem Leben und allem. Ob wir über das 3D-Still von Verdi Voß mehr Auskunft zu diesem philosophischen Ansatz finden, ist fraglich. Klar ist jedoch: „Hausnummer 42“ ist ein perfekter Spiegel der Wirklichkeit, der allerdings nicht affektiert aufpoliert wurde, sondern seine natürlichen und alltäglichen Schlieren des urbanen Lebens trägt. Damit reflektiert das digitale Werk dem Auge des Betrachtes eine herausragende Authentizität.

 

animago AWARD & CONFERENCE: Es kann beginnen

28. Oktober 2009 von redaktion42

Trickster von Alexander Pohl ist für den animago nominiert

Im Moment bin ich schon etwas nervös. Morgen, Donnerstag 29. Oktober 2009, startet unsere erste animago CONFERENCE in der Filmstadt Babelsberg. Wer Lust hat an der Zukunft teilzunehmen, ist herzlich eingeladen. Karten gibt es an der Tageskasse. Mein Team von der DIGITAL PRODUCTION hat zusammen mit Freunden aus Berlin, vom örtlichen Autodesk-Händler Lichtblick 4D, eine fabelhafte Veranstaltung konzipiert. Gefördert wird der ganze Spaß durch das Medienboard Berlin Brandenburg.

Das Programm und die Referenten können sich sehen lassen: Paul Kanyuk verrät uns Hintergründe über die Crowd Simulation bei Pixar. Einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des neuen Emmerich-Blockbusters „2012“ versprechen auch die Vorträge von Thomas Zauner (Scanline) „2012. Der ultimative Weltuntergang“ und Mohsen Mousavi (Pixomondo) „Technical FX pipeline on 2012 & Advanced Crowd simulation pipeline“. Und das ist wirklich eine Wucht: Noch bevor der Film 2012 in die Kinos kommt, sprechen bei uns gleich zwei Kreative über ihre Arbeit und stellen die Trick vor. Das ist eine absolute Seltenheit und ich freu mich wirklich darauf.

Mit dabei ist auch Hanno Hagedorn (Naughty Dog) zum Spiel des Jahres „Making of Uncharted 2: Among Thieves“. Das Spiel wurde auf der Games Com zum Spiel der Messe gekürt und ich bin mal gespannt über die Grafik und wie die Macher Bits und Bytes geordnet haben.

Persönlich freut es mich sehr, Armin Pohl von Mackevision als Referenten (und als Sponsor) zu treffen und zu hören. Macke ist ein starkes Unternehmen, gute Ideen, gutes Konzept und wirklich engagierte Leute. Pohl spricht  über „Create with no limits! Will CGI take it all?“

Dies ist auch nur möglich geworden, weil wir starke Partner an der Seite haben: Avid, Maxon, eyeon, Mackevision, PNY, 3Dconnexion, ChaosGroup. DANKE für eure Hilfe.

Am Abend des ersten Konferenztages muss ich dann ran. Wir verliehen zum 13. Mal den animago AWARD, den wichtigsten Preis der Animationsbranche. 13 ist aber keine Unglückszahl. Wir haben 1000 Einsendungen aus 44 Ländern für die elf AWARDs bekommen. Wow, diese Tatsache kann sich sehen lassen und beweist, dass das Konzept des animago richtig ist. Ich darf rund zweieinhalb Stunden moderieren und die Gäste durch den Abend führen. Eine ungewohnte Rolle für mich, denn eigentlich bin ich eher hinter dem Schreibtisch als auf einer Bühne zu finden. Aber was solls. Ein Mitarbeiter meinte neulich: „Die Rampensau wird es schon machen.“ Ich sehe das Mal als Lob und Motivation.

Wir haben dieses Jahr mit dem neuen Standort Babelsberg am Konzept gefeilt. Wir wollten mehr Öffentlichkeit und ich denke, es ist uns gut gelungen. „Der Artist in der Postproduktion soll die Anerkennung bekommen, die er verdient.“ Die ersten Schritte sind gemacht, die Weichen sind gestellt. Wir haben Publikumsvotings eingeführt, bei denen Interessierte den Sieger mitbestimmen konnten. Eine Fachjury hat eine Vorauswahl getroffen und dann wurde abgestimmt. Diese Votings wurden hervorragend angenommen. Außerdem haben wir starke Medienpartner an der Seite, die in ihre Branche den animago AWARD getragen haben.

Alles in allem bin ich zufrieden. Natürlich sind viele Ideen auf der Strecke geblieben. Aber der Grundstein für eine erfolgreiche Veranstaltung in Babelsberg, der Wiege des deutschen Films, sind gelegt. Der animago ist dort angekommen, wohin er gehört.